Wache 396 |

Wache 396

Aus 500 Wachen von Gilbert C. Carpenter, C.S.B. und Gilbert C. Carpenter, Jr., C.S.B.

 


396 – WACHE, dass du jeden Tag erkennst, dass man sich nie auf einen sterblichen Menschen verlassen kann. Könntest du dich auf eine Puppe oder Marionette verlassen, deren Bewegungen alle von der Laune des Bedieners gesteuert wird? Der sterbliche Mensch ist eine Puppe mit einem Gemüt, das in seinem Glauben menschlich ist und das von der Konsolidierung des universellen Denkens gesteuert wird. Sein Bewusstsein kann jederzeit ohne sein Wissen oder seine Zustimmung hypnotisch beeinflusst, verändert und manipuliert werden. Seine Wünsche können entfacht oder gelöscht, seine Impulse verändert oder umgekehrt, seine Schlussfolgerungen unbewusst geformt und Vorurteile, Neid und Hass in ihm hervorgerufen werden. Dabei nährt er solche Suggestionen, als seien es seine eigenen.

Seine ganze Anstrengung besteht darin, sich selbst zu vermarkten, nicht Gott, und doch kann man sich auf seine intimsten Gedanken und Wünsche nicht verlassen, bis er durch die Christliche Wissenschaft gelernt hat, wie er sein Denken schützen und den menschlichen Verstand zugunsten des göttlichen aufgeben kann.

Gerade wegen seiner Schwäche muss sich das menschliche Gemüt dem Willen der Mehrheit beugen, während es gleichzeitig der Illusion unterliegt, dass es wichtige Angelegenheiten nach seiner eigenen Intelligenz und seinem eigenen Urteilsvermögen entscheidet. Das Gemüt eines Sterblichen ist ein Gleichnis für ein Grundstück, auf dem die Öffentlichkeit so lange ohne Einschränkungen herumlaufen durfte, dass es per Gesetz zu öffentlichem Eigentum geworden ist. So verliert der Eigentümer jede Macht, jemanden daran zu hindern, darauf herumzutrampeln und es zu nutzen.

In einer Broschüre mit dem Titel Christian Science History schrieb Mrs. Eddy einmal Folgendes, um darauf hinzuweisen, dass das sterbliche Gemüt und seine falschen Suggestionen völlig unzuverlässig sind: „Ohne Frage ist der Schüler der Christlichen Wissenschaft nicht qualifiziert, göttliche Metaphysik zu lehren, zu predigen oder zu praktizieren, wenn er nicht gründlich weiß, wie man diese abscheulichen Sünde – mentaler Malpraxis – weise und erfolgreich handhabt.

Ohne dieses Verständnis kann er nicht die Spreu vom Weizen trennen und die Spreu vernichten – er kann nicht unterscheiden zwischen einer Eingebung des unsterblichen oder göttlichen Gemütes und der Versuchung oder der bösen Suggestion menschlichen Denkens und Argumentierens; aber dies muss getan werden, um dem Ersteren zu gehorchen und dem Letzteren zu widerstehen und es zu vernichten, und erst wenn dies geschehen ist, wird er geschützt und mit Weisheit und Kraft erfüllt sein, um sich über böse Suggestionen zu erheben. Diese Errungenschaft ist unverzichtbar, um einen Schüler auf die wissenschaftliche Grundlage der Christlichen Wissenschaft zu stellen.“