Wache 101
Aus 500 Wachen von Gilbert C. Carpenter, C.S.B. und Gilbert C. Carpenter, Jr., C.S.B.
101 – WACHE, dass du nicht versuchst, die Kraft der Manifestation einzusetzen, ohne dein Motiv zu vergeistigen. Wenn du zum Beispiel die Kraft Gottes suchst, um einen Rechtsstreit zu gewinnen, wäre es Teil der Manifestation, dein Motiv zu reinigen, sodass du sagen könntest: „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe.“
Du kannst dein Denken erst dann als wissenschaftlich bezeichnen, wenn es dir gleichgültig ist, wie das Urteil ausfällt, solange es das Gemüt Gottes ist, der es lenkt und leitet, und nicht der Wille des sterblichen Menschen. Es ist eine heilige und feierliche Verantwortung, zu versuchen, das göttliche Gemüt auf menschliche Erfahrungen anzuwenden. Wenn man nicht danach strebt, sein Motiv von Selbstsucht zu befreien, könnte man feststellen, dass die eigene Anstrengung dazu führt, das Schafsfell der menschlichen Harmonie noch fester auf den Wolf des sterblichen Gemütes zu ziehen, anstatt die wahre Natur des Wolfes aufzudecken, damit er vernichtet werden kann. Wenn man das menschliche Gemüt, das gerade beginnt, seine wolfsähnliche Natur zu zeigen, nimmt und die Kraft Gottes nutzt, um es zu seinem eigenen Vorteil in Einklang zu bringen, zieht man damit nicht das Schafsfell der Täuschung ab.
Der richtige Antrag an das göttliche Gemüt ist ein Bemühen, jeden Glauben an ein von Gott getrenntes Gemüt aufzudecken und zu vernichten. Die Harmonie, die aus diesem Bemühen resultiert, wird kein Hindernis für geistiges Wachstum sein, sondern vielmehr ein Zeichen dafür – vorausgesetzt, dass richtiges Denken das Ziel ist und die Harmonie einem hinzugefügt wird, wie der Meister in Matthäus 6,33 sagte.