„Steck dein Schwert weg“ |

„Steck dein Schwert weg“

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Obwohl das Leben Jesu von Liebe erfüllt war und Liebe demonstrierte, erschien es dem fleischlichen Gemüt oder dem sterblichen Denken seiner Zeit wie Haß. Er sagte: „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eignen Hausgenossen sein.“ (Mat 10:34)

Dieses Tun Jesu entsprang derselben Liebe, die jenes wunderbare Leben — für die Sinne — abschloß und die ihre Demonstration in dem Gebot zusammenfaßte: „Stecke dein Schwert in die Scheide.“ Gerade der Kampf, den seine Wahrheit entfachte, als sie den Zweck der Liebe erfüllte, bedeutete immerfort: „Stecke dein Schwert in die Scheide“; aber das Schwert mußte gezogen worden sein, ehe es wieder in die Scheide gesteckt werden konnte.

Meine Schüler müssen die Heilige Schrift und „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ durchforschen, um verstehen zu können, wie Jesus im Fleisch für ihre Erlösung gearbeitet hat; selbst zum Verständnis meiner Werke, meiner Beweggründe, Ziele und Absichten müssen sie das tun.

Die Haltung des sterblichen Gemüts, wenn es sittlich geheilt wird, ist die gleiche wie bei der körperlichen Heilung. Der Christliche Wissenschafter kann die Kranken nicht heilen, wenn er mit der Wahrheit zugleich den Irrtum anerkennt oder ihm zustimmt. Dadurch würde die Möglichkeit, das Unkraut zu vernichten, vereitelt: es muß vom Weizen gesondert werden, ehe man es verbrennen kann, und Jesus sagte die Stunde der Ernte und die endgültige Zerstörung des Irrtums durch ebendiesen Vorgang, das Sondern und das Verbrennen, voraus. Das sterbliche Gemüt neigt dazu, von einem Extrem in das andere zu fallen: Wahrheit tritt dazwischen und sagt: „Ich verwunde, um zu heilen; ich strafe, um zu bessern; ich tue dies alles aus Liebe; meinen Frieden lasse ich euch, nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Macht euch auf und laßt uns von hinnen gehen; wir wollen uns von der materiellen Auffassung von Gottes Mitteln und Wegen scheiden und sie geistig verstehen lernen.“

Aber laßt uns nicht versuchen, auf irgendeinem anderen Weg aufwärts zu steigen, wie wir tun würden, wenn wir das Ende für den Anfang hielten oder von falschen Beweggründen ausgingen. Die Christliche Wissenschaft verlangt Ordnung und Wahrhaftigkeit. Um darin beharren zu können, müssen wir zuerst das Prinzip und das Ziel unserer Arbeit verstehen und sicher sein, daß es Liebe, Frieden und Wohlwollen gegen die Menschen ist. Dann werden wir das Prinzip in der Weise demonstrieren, die Er bestimmt hat, und nicht nach der Art unserer unreifen Vorstellung, die der eines schlafwandelnden Kindes gleicht, das auf dem Dachfirst eines Hauses entlanggeht und in seiner Mondsucht da zu sein glaubt, wo es nicht ist; es würde unverzüglich hinabstürzen, wenn es wüßte, wo es ist und was es tut.

Meine Schüler stehen am Anfang ihrer Demonstration; sie haben einen langen Kampf mit dem Irrtum in sich und in anderen auszufechten, und in diesem Stadium müssen sie das Schwert des Geistes benutzen.

Sie können zu Anfang nicht die Haltung einnehmen noch die Worte gebrauchen, deren Jesus sich am Ende seiner Demonstration bediente.

Wenn ihr in seine Fußstapfen treten wollt, dürft ihr nicht versuchen, die Ernte zu halten, während das Korn noch auf dem Halm oder selbst in der Ähre steht; ihr müßt euch eines weisen geistigen Unterscheidungsvermögens bedienen, wenn ihr Jesu Worte anwendet und die Folgerung aus seinen Handlungen zieht, um euren eigenen Kampf mit dem Irrtum davon leiten zu lassen. Gewiß, es ist noch eine Sabbatruhe vorhandenen Volke Gottes; aber zuvor müssen wir, nach dem Beispiel der Heiligen Schrift, unser Werk vollbracht und unsere Ruhe erlangt haben.