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Wachen

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Hier geht’s zum englischen Originaltext.


In Collectanea gibt Mary Baker Eddy die folgenden zwei Anweisungen in Bezug
auf das Wachen:

„WACHE – . . . setz dich hin und versetze dich zuerst in das Bewusstsein
deiner Macht mit Gott, und nimm dann die Äußere Wache auf. Bleib sitzen,
bis das klar ist, – auch wenn es zwei Stunden dauert.“

„WACHE – . . . nimm alle zwei Stunden die Wache auf, solange du lebst oder
bis du die rechte Seite in deinem Bewusstsein verwirklichen kannst.“

Warum die Innere Wache wichtiger ist als die Äußere:

Die biblische Geschichte von Esther erzählt von einer jungen Jüdin, die den
persischen König heiratet, der das Land Babylon erobert hatte. Als Königin,
unterstützt von Mordechai, ihrem Cousin und Vormund, rettet sie die
verbliebenen Juden vor einem Komplott zu ihrer Vernichtung.

Nach den drei Tagen geht Esther zum König, um Hamans Verschwörung
aufzudecken, und Haman wird am Galgen aufgehängt. Esthers Glaube und ihr
Mut retten ihr Volk.

Esther musste den anfänglichen Schock überwinden, als sie die Informationen
über Haman erhielt, und dafür brauchte sie drei Tage: Dies war ihre Innere
Wache. Erst dann war sie in der Lage, alle Anforderungen an eine gute
Äußere Wache zu erfüllen, indem sie die Außenwelt endgültig direkt
beeinflusste und den König direkt in seiner Gegenwart informierte (d.h.
Irrtum in der Gegenwart Gottes mutig und wirksam
aufdeckte, nicht nur durch Buchstaben, sondern durch vom
Geist inspirierte Buchstaben).

Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass Esther, als sie Mordechais
Warnung bezüglich Haman zum ersten Mal hörte, in ihrem eigenen Kopf
beschließen musste, das Problem nicht so groß, so überschattend zu machen,
dass es in ihrem Bewusstsein in den Vordergrund rückte und nach
Aufmerksamkeit schrie, um ihre Gedanken vom wahren Gott
wegzulenken. Sie musste diesen großen Fehler direkt zurechtweisen: „Du bist
nicht Gott! Du kannst nicht mein Gemüt vomGemüt wegziehen. Du bist auch kein Gott, denn nebenGott gibt es keinen! Ich bin das Bild und Gleichnis Gottes; und da es keinen außer Gott gibt,
gibt es auch keinen außer mir, außer der Gegenwart Gottes.
Du bist nicht einmal ein Gedanke, denn nur die Gedanken Gottes
haben Substanz und Wirklichkeit.“

Aber Esther und ihre Dienstmädchen brauchten drei Tage, um es
hinzubekommen: die persönliche Vernunft abzulegen, sie auszuhungern (Gottes
auserwähltes Fasten), sich zu weigern, sich von Irrtum überwältigen zu
lassen und sich vollkommen mit Gemüt auszurichten, das
Thema von Hamans völkermörderischen Absichten, seine scheinbar unbegrenzte
Macht und Freiheit, danach zu handeln, in ihrem eigenen Gemüt irrelevant zu
machen. Drei Tage, um Haman als Nichts erscheinen zu lassen, drei Tage, um
sie zu miniaturisieren, dann zu mikro-miniaturisieren und schließlich in
absolutes Nichts zu vernichten, während sie das Erste Gebot befolgte,
„keine anderen Götter vor mir zu haben.“

  1. Als die Gedanken der Allwissenheit Gottes für
    Esther wirklicher wurden als alle Pläne Hamans, ausgesprochen und
    unausgesprochen, lösten sich alle Gedanken Hamans in Vergessenheit
    auf, ebenso wie alle Gedanken an Haman selbst.

  2. Je wirklicher der Gedanke an die Allmacht Gottes
    für Esther wurde, desto machtloser und hilfloser wurde Haman.

  3. Als die Gedanken an Gottes Allgegenwart für Esther
    wirklicher wurden als Hamans Anwesenheit im Palast, wurde Hamans
    Abwesenheit wirklicher als seine Anwesenheit. Dadurch, dass sie
    viele Stunden lang nur an dem geheimen Ort des Allerhöchsten
    verweilte und schweigend rief: „Erhebe dich, Gott, über den Himmel,
    allein in meinem Bewusstsein“ (s. Ps 57:12), fiel das gesamte
    Haman-Bewusstsein in die Bedeutungslosigkeit, so wie Dagon vor der
    Lade Gottes in Selbstzerstörung fiel.

  4. Königin Esther weigerte sich, auch nur das geringste Wort zu sagen
    oder auch nur die geringste menschliche Handlung zu unternehmen, um
    zu versuchen, durch menschliche Anstrengung „die Lade zu
    stabilisieren“. Stattdessen entschied sie sich, sich vor dem Thron Gottes niederzuwerfen, wie Maria Magdalena zu den
    Füßen Jesu. Und indem sie Gott aus dem Weg ging,
    befreite sie die Unendlichkeit, die Alltätigkeit des allmächtigen Gottes. Auf diese Weise kamen all die
    verschlungenen Zahnräder von Hamans mörderischem Komplott zum
    Stillstand und kehrten dann ihre Richtung um: alle ihre Feinde zu
    vernichten, da es keine Aktivität in Opposition zu Gott gibt.