Wache 173
Aus 500 Wachen von Gilbert C. Carpenter, C.S.B. und Gilbert C. Carpenter, Jr., C.S.B.
173 — WACHE, dass du deinen Bruder nicht als Narren bezeichnest und dich damit der Gefahr des Höllenfeuers aussetzt. Jemanden als Kanal für Irrtum oder tierischen Magnetismus zu betrachten, ohne ein solches Bild zu widerlegen und ihm keine Bedeutung beizumessen, bedeutet, deinen Bruder als Narren zu bezeichnen, da du ihn als vom Gemüt – der einzigen Quelle der Weisheit – abgeschnitten ansiehst und den Irrtum damit zur Realität machst.
In unserem eigenen Haushalt müssen wir uns mehr Mühe geben, sie als vollkommene Kinder Gottes zu sehen, als bei Fremden, da wir in unseren eigenen vier Wänden eher dazu neigen, eine unwissenschaftliche Sichtweise vom Menschen zu hegen, ohne ihr Widerstand zu leisten, als außerhalb.
Unser Motiv, Irrtum in unseren eigenen vier Wänden aufzudecken und damit zu handhaben, sollte nicht nur darin bestehen, uns selbst zu schützen. Wir sollten es tun, weil wir unseren Brudermenschen, wenn möglich, aus der unbewussten Knechtschaft befreien wollen, die damit einhergeht, sich als Kanal für Irrtum zur Verfügung zu stellen.
Es stimmt, dass du deinen Mitmenschen als töricht anerkennen musst, weil er unter einem törichten Gemüt agiert, bevor du erkennen kannst, dass sein wahres Selbst weise ist, da es unter der unfehlbaren Weisheit Gottes wirkt; doch dieser erste Schritt besteht darin, die Wahrheit über die Lüge zu sagen, nämlich dass die Akzeptanz des törichten sterblichen Gemütes dazu führt, dass man Torheit manifestiert – auch wenn dies das Zeugnis einer Lüge ist.
Es bedarf einer sorgfältigen Demonstration, um die Vorstellung von deinen Nächsten und Liebsten von „Kanälen für Irrtum“ zu „Kanälen für Gott“ zu wandeln; doch dies muss sowohl um deinetwillen als auch um deiner Familie willen geschehen. Du musst deinen Mitmenschen als Kanal für einen unendlichen Segen für dich betrachten. Du musst bekennen und wissen, dass Gott ihn zu jeder Zeit dazu nutzt, dich zu segnen, ebenso wie sich selbst und andere.
Jesu Frage: „Wer hat mich zum Richter über euch gemacht?“ ist eine Zurechtweisung für die selbstgefällige Art, wie wir zwischen Menschen urteilen und den einen als Kanal des Guten und den anderen als Kanal des Bösen bezeichnen. Jesu Aussage lässt sich so umschreiben: „Schreibt ihr mir etwa zu, dass ich menschliche Denkweisen hege, sodass ich erklären würde, ein Mensch sei besser als ein anderer, wo ich doch weiß, dass alle Menschen in Wirklichkeit Kinder Gottes und somit Kanäle des Guten füreinander und für mich sind?“