Wache 34 |

Wache 34

Aus 500 Wachen von Gilbert C. Carpenter, C.S.B. und Gilbert C. Carpenter, Jr., C.S.B.

 


34 – WACHE, darüber, dass du konsequent mit Irrtum umgehst, indem du einen Irrtum in dir selbst nicht übersiehst oder Immunität dafür beanspruchst, während du ihn in einem anderen weiterhin für wirklich hältst. Bei der Gewohnheit des Kritisierens ist es gut, sich daran zu erinnern, dass das, was kritisiert, nicht wirklicher oder ein Teil des Menschen ist als das, was kritisiert wird.

Einmal zeigte sich ein Riss zwischen einem Ehemann und seiner Ehefrau. Letztere war eine Schülerin der Wissenschaft, und sie tat ihr Bestes, um ihren Mann als das perfekte Kind Gottes zu sehen. Der Riss blieb trotz ihrer guten Arbeit bestehen. Ein Vers, der vom Autor dieser Wachen geschrieben wurde, gelangte durch einen Freund in ihre Hände:

Ich sehe mich selbst als Gottes eigenes Kind,
So vollkommen in seinen Augen.
Ich sehe meinen Bruder-Mensch, als gut,
Ein vollkommenes Kind des Lichts.
Dann, um mein Gebet zu vervollständigen,
Sehe ich ihn, wie er mich richtig sieht:
Ich sehe ihn, wie er mich sieht, wie ich ihn sehe.
So vollkommen in der Liebe Sicht.

Durch diesen Vers wurden ihr die Augen dafür geöffnet, dass sie versuchte, ihren Mann als vollkommen zu sehen, während sie weiterhin sah, dass er sie auf menschlich-sterbliche Weise sah. Sie opferte ihre Gabe auf dem Altar, weil sie dachte, dass ihr Gedanke vor Gott gerecht war, während sie davon ausging, dass ihr Mann etwas gegen sie hätte. Dann versuchte sie, ihn zu sehen, wie er sie als vollkommen ansah, und die Harmonie zwischen ihnen wurde wiederhergestellt.