Was Weihnachten für mich bedeutet |

Was Weihnachten für mich bedeutet

Aus „Vermischte Schriften“
von


Der leibliche Jesus trug unsere Schwachheit, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Er war der Wegweiser, er litt im Fleisch und zeigte den Sterblichen, wie sie den Sünden des Fleisches entrinnen können.

Einen unkörperlichen Jesus von Nazareth hat es nicht gegeben. Der geistige Mensch oder Christus war, als Bild des Vaters, ohne Körperlichkeit oder endliches Gemüt.

Materialität, Weltlichkeit, menschlicher Stolz oder Eigenwille würden seine Beweggründe und seine Christusgleichheit verderbt und damit seine Christuskraft umgestoßen haben. Um sein heiliges Vorhaben ausführen zu können, mußte er das menschliche Selbst vergessen.

Vom Geschlechte Davids, zog er gleich diesem aus, schlicht wie der Hirtenknabe, um den Goliath zu entwaffnen. Gerüstet mit der Stärke einer erhabenen Hoffnung, eines erhabenen Glaubens und Verständnisses suchte er die Dreiheit des Irrtums — die Welt, das Fleisch und den Teufel — zu besiegen.

Drei Jahre ging er umher und tat Gutes. Dreißig Jahre hatte er sich darauf vorbereitet, göttlich zu heilen und zu lehren; aber seine dreijährige Mission war ein Wunder an Herrlichkeit; ihre Krönung ein für den sterblichen Sinn schmachvolles Grab — dem ein erhabener und immerwährender Sieg entsprang.

Er, der die Zeit, die christliche Zeitrechnung, bestimmte und die Ewigkeit umspannte, war der demütigste Mensch auf Erden. Er heilte und lehrte am Wege, in bescheidenen Hütten; dem abgefeimten Heuchler und schwerfälligen Jüngern erklärte er das Wort Gottes, das seitdem zur Auslegung durch die Wissenschaft reif geworden ist.

Seine Worte wurden in der Sprache eines niedergehenden Volkes gesprochen und der Vorsehung Gottes anbefohlen. In nichts schien er göttlicher und weniger menschlich als in seinem unerschütterlichen Glauben an die Unsterblichkeit der Wahrheit. Darum sagte er: „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen“, und sie sind nicht vergangen; sie leben noch und sind die Grundlage der göttlichen Freiheit, das Hilfsmittel des Gemüts, die Hoffnung der Menschheit.

Nur drei Jahre lang ein persönlicher Erlöser! — doch der Grund, den er legte, ist so ewig wie die Wahrheit, der tragende Eckstein.

Nach seinem kurzen, tapferen Kampf und der Kreuzigung des körperlichen Menschen mußte der unkörperliche Erlöser — der Christus oder die geistige Idee, die in alle Wahrheit leitet — notwendigerweise durch die Christliche Wissenschaft erscheinen und das geistige Heilen von Körper und Gemüt demonstrieren.

Diese Idee oder dieses göttliche Wesen war und ist ewig in dem, das des Vaters ist, und verkündet das Prinzip der Gesundheit, Heiligkeit und Unsterblichkeit.